Basiswissen Matratzen
Matratzen sind das seit jeher meistgekaufte Schlafsystem. Die Vielzahl an Materialien und die unterschiedlichen Aufbauten (von 3 bis 7 Zonen und mehr) unterscheiden einzelne Typen und damit auch den Liegekomfort. Unterschiedliche Hersteller entwickeln einzelne Schnitte und Überzüge, durch welche sich diese dann nochmals unterscheiden. Dieses konventionelle Schlafsystem gibt es in den unterschiedlichsten Qualitäten und Preisen, wodurch für den Kunden die Qual der Wahl beginnt.
Beispiel: Sie erhalten Kaltschaummatratzen bereits ab EUR 200,- bis EUR 1.200,-! Jede Matratze ist jedoch nur so gut, wie der Latteneinsatz. Auch hier gibt es unterschiedliche Qualitäten und Preise.
Auf dieser Seite informieren wir Sie über folgendes:
Grundbegriffe
Matratzenzonen
Die Aufbauten der einzelnen Matratzen sind unterschiedlich. Über die so genannten Zonen werden von den Herstellern unterschiedliche Einsinktiefen an den „Problemzonen“ angeboten.
Wie sieht dies nun in der Praxis aus? Ob 3, 5 oder 7 Zonen, muss dem Benützer klar sein, dass diese sich immer an der gleichen Stelle der Matratze befinden. Wie sollen diese nun auf einen Menschen mit 150 cm genauso wie auf einen Menschen mit 198 cm wirken? Um dies zu bewerkstelligen, müssten sich die Leute immer auf die gleiche Stelle legen und dürften sich in der Nacht nicht mehr bewegen – die Praxis sieht aber anders aus! Der Mensch dreht sich in einer Naht bis zu 120 x auf einer konventionellen Matratze – Grund dafür sind die entstehenden Druckpunkte. Matratzen ohne eingearbeitete Zonen gewährleisten einen gleichmäßigen Liegekomfort der Wirbelsäule – egal in welcher Lage man im Bett liegt. Die Qualität der Matratze ist für das Einsinken und die Stütze verantwortlich!
Raumgewicht einer Matratze
Die Qualität wird über das Raumgewicht/m³ ausgedrückt. Je höher das Raumgewicht einer Matratze, desto fester und natürlich länger haltbar ist diese. Eine gute Kaltschaummatratze liegt zwischen 50 und 60 kg/m³. Der Wohlfühlfaktor ist jedoch auch vom Gewicht der Person abhängig. Schwerere Menschen sollten ein höheres Raumgewicht bevorzugen, damit kein Hängematteneffekt entstehen kann. Je höher das Rg/m³ ist, desto formstabiler ist diese. Es sollte darauf geachtet werden, dass ein gewisses Einsinken zur Druckentlastung möglich sein muss.
Matratzenhärtegrad
Die Matratzen sind u.a. auch in Härtegrade eingeteilt. H1 – weich, H2 – mittelfest, H3 – fester Liegekomfort. Der Härtegrad wird wiederum über das Raumgewicht pro m³ bestimmt. Je höher das Raumgewicht desto härter ist die Matratze. Der Glaube, dass eine Matratze hart sein muss ist falsch! Eine Matratze muss sich an den Körper und nicht umgekehrt anpassen! Nur dadurch erzielen sie einen für sie optimalen Liegekomfort!
Beispiel: Ein Mann mit 100 kg legt sich auf eine Kaltschaummatratze mit dem Härtegrad H1 – Ergebnis daraus – er wird aufgrund seines Gewichtes die Matratze so stark eindrücken, dass ein Hängematteneffekt und dadurch Rückenschmerzen entstehen. Eine Frau mit 50 kg legt sich auf eine Matratze mit dem Härtegrad H3 – Ergebnis – sie wird nicht einsinken und hat das Gefühl auf einem „harten Boden“ zu liegen.
Es ist also wichtig, im Zuge des Matratzenkaufes, sich eine längere Zeit auf das gewünschte Objekt zu legen um zu sehen, wie der Körper reagiert.
Richtlinie für den richtigen Härtegrad ist wie folgt:
- Härtegrad 1 = weich für Menschen bis 60 kg Körpergewicht,
- Härtegrad 2 = mittel für Menschen bis 80 kg Körpergewicht,
- Härtegrad 3 = hart für Menschen über 80 kg Körpergewicht.
Stauchhärte
Über die Stauchhärte wird bestimmt, wieviel Druck auf den Schaum einwirken muss um ihn um 65%, 40% und 25% der Ausgangshöhe zusammenzudrücken. Gemessen wird dies in Pascal (kPa). Je höher die Stauchhärte des Schaums ist, desto fester ist er. Durch diesen Wert erhält man Auskunft über die Fähigkeit des Schaumstoffes nach der Belastung wieder in seine Ausgangsform zurückzugehen. Je geringer die Stauchhärte desto schneller wird sich die Matratze durchliegen.
Matratzenaufbau
Kernhöhe der Matratze
Je höher die Kernhöhe einer Matratze, desto weniger kann der Latteneinsatz den Liegekomfort beeinflussen!
Wie bereits erwähnt ist das Gewicht der Person und das Raumgewicht bzw. einzelne Zonen (Details siehe oben) der Matratzen verantwortlich für eine „körpergerechte Auflage“. Wenn Sie nun eine Matratze mit einer Kernhöhe von 20 cm haben, erreichen Sie durch ihr Körpergewicht, je nach Beschaffenheit der Matratze, eine gewisse Einsinktiefe. Diese ist jedoch nicht tief genug, um z.B. einen Latteneinsatz mit Tellerelementen, verstellbare Zonen oder wie auch immer nutzen zu können. Dieses Geld können Sie sich sparen!
Es gibt spezielle Systeme, welche einen sehr aufwendig verarbeiteten Lattenrost haben und die Matratzenauflage gerade einmal 10 cm hoch ist. Hier ist der Latteneinsatz für ihren Liegekomfort verantwortlich – einzelne Elemente werden 1:1 übertragen. Die Matratze hat hier nur die Aufgabe ihnen eine weiche Auflage zu bieten. Augen auf beim Kauf – sparen sie sich das Geld für einen teuren Lattenrost, wenn sie eine hohe Kernhöhe bei der Matratze bevorzugen!
Schnitt des Matratzenkernes
Unterschiedliche Hersteller verwenden unterschiedliche Schnitte. Wichtig dabei ist, dass eine optimale Durchlüftung gewährleistet wird! Ob nun runde oder eckige Belüftungen eingearbeitet werden ist dabei nicht relevant!
Matratzenkernoberfläche
Die Oberfläche einer Matratze sollte atmungsaktiv sein. Die Kernoberfläche sollte für eine gute Klimaregulierung und Zonenbildung mindestens Quer-, idealer Weise aber auch Längskanäle (Würfelstruktur) aufweisen.
Der Mensch verliert pro Nacht bis zu 1 ½ Liter an Flüssigkeit, welche von der Matratze aufgenommen und abtransportiert werden muss. Je besser die Durchlüftung aufgrund des Matratzenschnittes gewährleistet ist, desto besser kann diese auch die Feuchtigkeit abgeben. Hochwertige Matratzen sind zusätzlich in ein Netz gehüllt! Dieses hat die Aufgabe, dass sich die Matratze nicht mit dem Bezug verbinden bzw. verkleben kann! Ein wichtiges Qualitätsmerkmal für eine hochwertige Matratze!
Textiler Bezug
Der Bezug sollte mit einer feuchtigkeitstransportierenden Klimafaser, Wolle oder ähnliches versteppt sein. Verschiedene Qualitäten sind auch hier am Markt erhältlich. Naturfasern, wie z.B. Cashmere sorgen für ein angenehmes Bettklima und einen optimalen Feuchtigkeitsabtransport! In Verbindung mit Silverness Fäden bietet dieser keine Möglichkeit für die Hausstaubmilbe sich weiter zu entwickeln bzw. sich zu vermehren. Daher auch optimal für Allergiker geeignet. Ob Sie sich nun für Cashmere, Bambusauflagen, Tencel oder einen der zahlreichen anderen Bezüge entscheiden, ist Geschmacksache. Es sollte ihnen jedoch bewusst sein, dass der Bezug einen wesentlichen Teil des Wohlfühlfaktors ausmacht! Sparen Sie hier nicht am falschen Platz! Auf eines sollten Sie unbedingt achten! Der Bezug muss abnehm- und waschbar sein!
Hygiene
Im Schlaf sondert der Mensch Flüssigkeit ab (siehe Matratzenoberfläche). Diese Feuchtigkeit verbindet sich mit der Hautabschuppung, der Hausstaubmilbe und deren Ausscheidungen. Dadurch wird eine Matratze im Laufe der Zeit auch immer schwerer. Damit die Feuchtigkeit rasch von der Matratze entweichen kann, darf das Bett nie komplett geschlossen sein! Es muss auch eine Unterlüftung sprich Luftzirkulation gegeben sein. Daher sollte das Bett auch nicht unmittelbar nach dem Aufstehen gemacht werden. Dadurch hätte die Feuchtigkeit keine Chance abzulüften und der Staub bindet sich mit der Flüssigkeit in der Matratze!
Lebenserwartung
Die Lebenserwartung einer Matratze ist unterschiedlich und von der Qualität abhängig. Menschen haben diese auch unterschiedlich lange in Verwendung. Oftmals wechselt man das Schlafsystem erst, wenn man Rückenschmerzen bekommt oder nicht mehr gut schlafen kann. Aus Gründen der Hygiene sollte man eine Matratze aber alle 5 – 7 Jahre austauschen!





